|
      
          
4. Handlungsfelder und Handlungsspielräume der
Entwicklungszusammenarbeit
4.4 Instrumente zur Landentwicklung
4.4.6 Bodenordnung in Bewässerungsvorhaben
|
Der nachhaltige Erfolg von
Bewässerungsvorhaben ist direkt davon abhängig, in welcher Form die Ansprüche und
Bedürfnisse der Zielgruppe berücksichtigt werden. Boden- und wasserrechtliche
Regelungen können nur breite Akzeptanz finden, wenn intensive Abstimmungsprozesse mit
allen Beteiligten sowie die Sicherung der bestehenden Rechte Bestandteil des
Projektkonzeptes sind. |
|
In vielen Fällen erfordert die
Implementierung eines Bewässerungssystems einen starken Eingriff in das Bodeneigentum und
die Nutzungsrechte. |
|
Diese starken Eingriffe sind meist
unverzichtbar (z. B. Entschädigung für bebaute oder
überstaute Flächen, Neuregelung der Wasserrechte, teilweise Landumverteilung). Das Fehlen einer angepassten
Gesetzgebung stellt dabei ein wesentliches Hemmnis dar, da in den meisten Fällen auf eine
projektspezifische ad hoc Lösung mit all ihren Nachteilen zurückgegriffen werden muss. |
|
Bereits im Vorfeld der
Unterstützung von Bewässerungsvorhaben ist deshalb zu prüfen, ob ein Beratungsbedarf
für wasser- und bodenrechtliche Durchführungsregeln besteht und wie er in das
Projektkonzept integriert wird. |
bodenrechtliche
Instrumente |
Die folgenden bodenrechtlichen
Instrumente für die Implementierung von Bewässerungsvorhaben können in Betracht gezogen
werden:
- die Mobilisierung des Bodens über eine projektbezogene
Bodenbevorratung;
- Vorkaufsrechte zugunsten der Zielgruppe (z. B. Kleinbauern im
Projektgebiet);
- Flurneuordnung
- langfristige Pacht- und Nutzungsregelungen
- An- und Verkauf über Bodenmarkt
- projektbegleitende Bodenbewertung (u.a. zum Ausgleich von
Entschädigungsansprüchen).
|

Bewässerungsprojekt Mondego/Portugal
| Vorher: |
 |
Nachher: |
 |
      
          
|