Guiding Principles:
Land Tenure in Development Cooperation

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Orientierungsrahmen:
Bodenrecht und Bodenordnung

Deutsche Gesellschaft
für Technische Zusammenarbeit
Abt. 45 / Div. 45

 

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4. Handlungsfelder und Handlungsspielräume der Entwicklungszusammenarbeit

4.4 Instrumente zur Landentwicklung

4.4.4 Einbeziehung autochthonen bodenrechts

Teilen von lokalem und externem Wissen

Voraussetzung für eine stärkere Beachtung und Einbeziehung autochthonen Rechts in eine nationalstaatliche Rechtsordnung sind innovative Ansätze, die versuchen, externes und lokales Wissen zu teilen. Ziel sollte es sein, neue angepasste Bodenrechtsmodelle zu entwickeln, die auf der einen Seite den Erfordernissen schnellen ökonomischen und sozialen Wandels gerecht werden können und auf der anderen Seite auch auf tradierten Regeln und Wissen aufbauen und von der lokalen Bevölkerung akzeptiert und mit Leben ausgefüllt werden (Münkner 1996).

Aktive Teilnahme lokaler Akteure an vorbereitender Informations-sammlung

Eine Bodenpolitik, die sich dies zum Ziel setzt, muss sich gründen auf detailliertem Wissen über vorhandene Bodenrechtssysteme und -praktiken. Sie muss vor allem ein Verständnis entwickeln für den Zusammenhang zwischen praktiziertem Bodenrecht, aktuellen wirtschaftlichen Nutzungsmustern und der sozialen Bedeutung von Land. Notwendig sind deshalb Anreize für lokale Akteure, aktiv am Prozess des Sammelns von Informationen über autochthone Bodenrechtspraxis, deren Interpretation und die Vermittlung historisch gewachsener Regelungen beizutragen.

"participatory law making"

Um einen Gesetzesrahmen zu erstellen, der bürgernah ist und mit den Bedürfnissen und Erwartungen der Betroffenen korrespondiert, erscheint "participatory law making" als ein erfolgversprechender Weg, die erwünschte Kombination von neuen Ideen und Institutionen hinsichtlich Bodenrecht und Agrarverfassung und existierenden lokalen Praktiken auch tatsächlich zu erreichen.

Informationen in nationalen und lokalen Sprachen

Gesetze sollten in einem Prozess des Dialogs zwischen Juristen des Staates und Vertretern der Gruppen von Ackerbauern, Tierhaltern, Waldnutzern oder Binnenfischern in einer Serie von Treffen auf unterschiedlichen Ebenen entwickelt und ausgestaltet werden, vergleichbar dem Prozess der partizipativen Landnutzungsplanung. Wesentlich sind dabei der ungehinderte Informationsfluss in Staats- und Lokalsprachen und die Supervision durch "neutrale" Beobachter, z.B. aus der Wissenschaft.

"participatory law making" als langfristig ertragreiche Investition von EZ?

Da diese dezentralen Prozesse zeitaufwendiger und teuerer sind als die Gesetzesplanung am grünen Tisch, wäre die EZ hier zu einem finanziellen Engagement aufgefordert. Hierbei handelt es sich um eine langfristige Investition, die hohe Erträge bringen kann, da
  • die Chancen enorm wachsen, dass die lokale Bevölkerung den neuen "hybriden" gesetzlichen Rahmen besser nachvollzieht und sich damit identifiziert, so dass Recht akzeptiert und befolgt wird und
  • Lerneffekte für andere Bereiche einer (im Idealfall) vertrauensvollen Zusammenarbeit zwischen "oben" und "unten", zwischen Staat und Bürgern erwachsen.

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