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4. Handlungsfelder und Handlungsspielräume der
Entwicklungszusammenarbeit
4.3 Instrumente zur Landadministration
4.3.5 Bodensteuer (Grundsteuer)
Relevanz der
Bodensteuer |
Unter den Einnahmen für den
öffentlichen Haushalt spielt die Bodensteuer eine wichtige Rolle. Besonders relevant ist
die Bodensteuer für Kommunalverwaltungen im Rahmen der Dezentralisierung.
Sie kann zwischen 70% und 90 % der kommunalen Steuereinnahmen ausmachen. Die Bodensteuer
hat eine wichtige Bedeutung als Instrument zur Stützung der kommunalen Haushalte. Ihre
Vorteile sind:
- Sie ist relativ einfach zu erheben, da das Objekt sichtbar
ist.
- Sie ist eine stabile Form von Steuern, da die Berechnungsbasis
Steuerfluktuationen minimiert.
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Im Rahmen der EZ hat die
Bodensteuer besondere Bedeutung in Projekten zur Dezentralisierung, Privatisierung,
Kommunalentwicklung und der Steuerreform. |

Fiskalisches
Steuerungselement |
Neben der Bedeutung als
Steuereinnahme kann die Bodensteuer auch ein fiskalisches Steuerungselement sein für
- Produktionsanreize,
- Baulandbereitstellung,
- Verminderung der Bodenspekulation,
- Mobilisierung des Bodenmarktes,
- Anpassung der Landnutzung,
vor allem dann, wenn Kalkulationsgrundlage für die Steuer
nicht der aktuelle Verkehrs- oder Ertragswert, sondern der potentiell mögliche
Ertragswert ist. |
Bodensteuer und
Produktionsanreiz |
Durch die Bodensteuer können
Produktion bzw. Anpassung der Landnutzung beeinflusst werden. Eine hohe Bodensteuer, die
auf der potentiellen Ertragsfähigkeit des Bodens basiert, soll die Landbewirtschafter zur
optimalen Bodennutzung anhalten und damit zur Steigerung der Flächenproduktivität
beitragen (z.B. bei Bewässerung). Das Fehlen einer Bodensteuer kann, wie z. B. in
Honduras geschehen, dass die extensive Weidenutzung der fruchtbarsten Gebiete durch
Großgrundbesitzer bei gleichzeitigem Landmangel für Kleinbauern zementiert wurde. "Strafsteuern" für Brachland bzw. nicht gewünschter
Landnutzungsformen sind u. a. in Brasilien, Chile, Guatemala, Panama und Thailand erhoben
worden. Dies führte allerdings in Brasilien zu dem negativen Effekt, dass durch die
Besteuerung von ungenutztem Land verstärkt Flächen gerodet worden sind. |
| Einnahmen
aus der Bodensteuer in Chile und Indonesien |
| |
Jahr
1981 |
Jahr
1991 |
Steueranteil
landw. genutzter Boden
(in %) |
Steueranteil
ausserlandw. genutzter Boden
(in %) |
| Chile (US-$ Mio.) |
123 |
202 |
13 |
87 |
| Indonesien (Rupiah Mrd.) |
135,4 |
574,3 |
13 |
87 |
| (Lincoln Institute of Land
Policy, 1994) |
     
     
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