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4. Handlungsfelder und Handlungsspielräume der
Entwicklungszusammenarbeit
4.2 Politikdialog und Politikberatung
4.2.2 Politikberatung
Politikberatung
zu
Bodenordnung und
-politik gewinnt an
Bedeutung |
Die Schlüsselrolle von Boden für
die Zukunft vieler Länder und damit die notwendige Gestaltung der Bodenordnung und der
Bodenpolitik durch Vorhaben zur Politikberatung wird von Gebern der EZ mehr und mehr
erkannt. Sie konzentriert sich bislang auf die Länder Mittel- und Osteuropas, die
NUS-Staaten, auf Transformationsländer im Süden (wie Mozambique, Laos) und solche mit
weitreichenden marktwirtschaftlichen Reformen. |
Vorbedingungen
für erfolgreiche Politikberatung |
Politikberatung setzt bei den intern
gestaltbaren wirtschaftlichen, institutionellen, politischen und rechtlichen
Rahmenbedingungen an. Mit Blick auf das brisante Arbeitsfeld "Boden" sind dabei
in jedem Fall erforderlich:
- Prozessorientierung,
- Flexibilität,
- enge Abstimmung mit dem Partner und
- eine fachübergreifende, interdisziplinäre Herangehensweise.
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Einordnung in
bestehende
Arbeitsfelder der
Politikberatung |
Politikberatung zu Bodenrecht,
Bodenordnung und Bodenpolitik passt sich inhaltlich ein in bestehende Tätigkeitsfelder
der EZ im Rahmen der Beratung in Agrarpolitik, Wirtschafts- und Sozialpolitik, Recht und
Verwaltung (Good Governance). Dazu gehört die Schaffung und Verbesserung der
Rahmenbedingungen für funktionsfähige Bodenordnung und Bodenpolitik: |
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- effiziente Beratung und Schaffung von eigenen Analyse- und
Beratungskapazitäten beim Partner zu ordnungspolitischen Fragen und zur verfolgten
Entwicklungsstrategie (konsistenter Ordnungsrahmen, Eigentumsdefinition, Verknüpfung
Bodenordnung mit Familien-, Erbrecht, Fiskalpolitik, etc.);
- Unterstützung bei der sozialverträglichen Gestaltung
und Umsetzung von Reformpolitik, also in der Sozialpolitik (Fokussierung auf bislang
benachteiligte Gruppen, Ersatz sozialer Sicherungssysteme, die in der Vergangenheit die Zwangskollektive gewährleisteten, etc.);
- Beratung beim Aufbau von staatlichen und privaten
Institutionen, die sicherstellen, dass die Potentiale einer verbesserten Bodenordnung
umfassend ausgenutzt werden können (z. B. dezentrale Landregistrierung,
landwirtschaftliche Förderungseinrich-tungen, transparentes Pachtrecht);
- Entwicklung und Aufbau von marktwirtschaftlich orientierten
staatlichen Einnahmen- und Ausgabensystemen (Finanzierung der Bodenverwaltung,
Grundsteuer).
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Rechtsberatung
im engeren Sinn |
Ein eigenständiges Arbeitsfeld ist
zweifellos die Politikberatung bei der Gestaltung der rechtlichen Rahmenbedingungen einer
reformierten Bodenordnung und der rechtlichen Absicherung der eingeschlagenen
Bodenpolitik. Dass Rechtssicherheit und die
Durchsetzbarkeit von Rechtsansprüchen Voraussetzungen sind für eine vom privaten und
kooperativen Sektor getragenen Weiterentwicklung der Bodenordnung, steht ausser Frage.
Auch die Weltfrauenkonferenz hat die Schlüsselrolle der Rechtsberatung gerade für die
Situationsverbesserung für Frauen herausgestellt. Relevante Tätigkeitsfelder sind
danach:
- Konzepte und Instrumente der Rechtstaatlichkeit, wie Beratung
in Verfassungsfragen, Menschenrechtsfragen, Unterstützung von Justizreformen, Mediation, Ombudswesen, Verbesserung von Gerichts- und
Verwaltungsverfahren, Rechtsverbreitung und insbesondere die Unterstützung der
politischen Beteiligung.
- Unterstützung der Gesetzgebung im privaten und öffentlichen
Wirtschaftsrecht und Reform des Wirtschaftsverwaltungsrechts, einschließlich einer
rechtsvergleichenden Sichtung
- Unterstützung bei der Umsetzung
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Qualifikation von
Regierungs-
berater/-innen |
Das Anforderungsprofil an
Regierungsberater/-innen ist entsprechend hoch: eine breite fachliche Fundierung ist
unabdingbare Voraussetzung, basierend auf guten ökonomischen, juristischen, aber auch
soziologischen und ethnologischen Kenntnissen. Sie müssen gepaart sein mit ausgeprägten
Fähigkeiten zur Kommunikation, Mediation und Coaching sowie einem breiten eigenen
Erfahrungshintergrund mit bodenrechtlichen Problemen. |
Koordination von
Geberinteressen: Chancen und
Risiken |
Im politisch besonders sensiblen Kontext von
Problemen der Bodenordnung und -politik kann eine Vorabstimmung bzw. Koordination der
Position unterschiedlicher Geber den Argumenten im Politikdialog Nachdruck verschaffen. Es
kann aber auch sehr schnell beim Partner eine Situation der Bevormundung und der
Abhängigkeit geschaffen werden, mit entsprechenden Abwehr- und Rückzugsverhalten. Für
Konsortien ist es deshalb besonders wichtig, lediglich Möglichkeiten aufzeigen
("wenn"..."dann"-Beziehungen) und an normativ geprägte
Beratungsinhalte sehr behutsam heranzugehen. |

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