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Eine Bodenpolitik, die Effizienz sowie
Gleichheit und Umweltverträglichkeit als Zielgrößen ansieht, muss in besonderem Maße
die Position der
- ländlichen und (rand-)städtischen Armen (Armutsorientierung)
und der
- Frauen (Genderorientierung)
stärken. Dies ist um so mehr erforderlich, als gerade Frauen vielfach zugleich zu den extrem (Land-)Armen
gehören.
Darüber hinaus hat sich gezeigt, dass die rechtliche
Situation indigener Bevölkerungsgruppen
vielfach prekär ist und nationalen Nichtregierungsorganisationen, die auch deren
Interessen vertreten, die notwendige Anerkennung versagt wird. Der
Entwicklungszusammenarbeit kommt auch hier eine besondere unterstützende Aufgabe zu. |

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Armutsorientierung |
Jeder dritte Mensch in
Entwicklungsgesellschaften wird als extrem arm eingestuft, da er oder sie weniger als 1 US
$ zum täglichen Leben zur Verfügung haben. Dabei erhöht sich das weltweite
Ungleichgewicht zwischen Arm und Reich immer weiter. Unter den etwa 1,13 Mrd. Menschen,
die in extremer Armut leben, ist der Anteil von Frauen und Kindern besonders hoch. |
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Fehlender Zugang zu Land, wachsende
Konflikte zwischen Landsuchenden und -besitzenden, die Zerstörung der natürlichen
Lebensgrundlagen durch armutsbedingte Übernutzung der Böden, Wälder
und Wasserressourcen und massive städtische Siedlungs- und Bodenrechtsprobleme im Zuge
von Abwanderung bilden dramatische Marksteine in einem globalen Prozess. Die Rio-Konferenz
und der Welt-Sozialgipfel haben deshalb auch der Armutsbekämpfung
absolute Priorität eingeräumt. |

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Armutsbe-kämpfung
als Querschnitts-aufgabe |
Armutsbekämpfung ist damit eine
Querschnittsaufgabe; sie ist sektor- und politikübergreifend, sie muss ebenso im
ländlichen wie im städtischen Kontext ansetzen. Auch wenn der Zugang zu wichtigen
Produktionsmitteln, wie Boden, und zu Dienstleistungen, um ihn produktiv zu nutzen
(Kredit, Beratung), allein nicht ausreicht, so stellt er doch in vielen Fällen eine
notwendige Vorbedingung für weitere Dimensionen der Armutsbekämpfung dar (wie die
Teilnahme am Wirtschaftsprozess.) |

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Gender-Orientierung |
Den geschlechtsspezifischen
Möglichkeiten und Hindernissen des Zugangs zu Land und seiner Nutzung und der Situation
von Frauen muss besondere Bedeutung beigemessen werden. Frauen machen mehr als die Hälfte
der Weltbevölkerung aus und leisten zwei Drittel aller Arbeitsstunden. Sie erledigen
einen Großteil der landwirtschaftlichen Arbeiten, halten aber weltweit für weniger als 1
% des Landes einen individuellen Titel. Ihre Situation verschlechtert sich weiter, da
traditionelle Strukturen sich mehr und mehr auflösen und damit häufig auch die (oft nur
sekundären) Rechte von Frauen an Land weiter erodieren. |
Forderungen der
Weltfrauen-Konferenz |
Die Weltfrauenkonferenz hat 1995 in
Peking zum einen die Schlüsselrolle des gleichen Zugangs von Frauen zu Grund und Boden
herausgestellt; zum anderen hat sie auch unmissverständlich darauf hingewiesen, dass
besonders Frauen von Armut betroffen sind. |

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Anwalt
besonders benachteiligter Gruppen |
Im Rahmen einer armuts- und genderorientierten Entwicklungszusammenarbeit muss eine
rationale und konsistente Bodenpolitik länderspezifisch auch ein besonderes Augenmerk auf
die Rechte folgender, oftmals benachteiligter Gruppen lenken:
- indigene Völker,
- mobile Tierhalter,
- Waldnutzer und Waldrandbewohner,
- Kleinpächter in Bewässerungsgebieten oder
- Bewohner spontaner Siedler im (sub-)urbanen Bereich.
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| Indigene Bevölkerungsgruppen |
Indigene Gemeinschaften haben in der Regel eine
enge historische und religiös-spirituelle Beziehung zu ihrem Land. Fördermaßnahmen
sollten daher insbesondere auf die Anerkennung individueller wie auch gemeinschaftlicher
Eigentums-, Besitz- und Nutzungsrechte an dem von ihnen besiedelten bzw. genutzten Land
sowie auf einen wirksamen Schutz vor zwangsweisen Umsiedlungen,
entschädigungslosen Enteignungen und sonstigen Eingriffen in
ihren Lebens- und Wirtschaftsraum ausgerichtet sein. |

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Stärkung von
Interessenvertretungen |
Demokratisierung und der Aufbau von
Mehrparteiensystemen beschleunigen die Formierung unterschiedlichster Interessengruppen.
Ihre stärkere Teilhabe am politischen, wirtschaftlichen und sozialen Leben, so bei der
Mitgestaltung der parlamentarischen Arbeit auf allen Ebenen, sollte nicht behindert
werden. |

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NROs |
Eine bedeutende Rolle - gerade im
Bereich der Rechtsberatung, der Umsetzung von Landreformen und der Durchsetzung der Rechte
der armen und unterprivilegierten Bevölkerungsgruppen spielen NROs
(vgl. Kapitel 5). |
Kirchen als
Mittler bei Landkonflikten |
Häufig spielen auch religiöse
Institutionen eine wichtige Mittlerrolle bei Landkonflikten,
wie in der Vergangenheit in Lateinamerika und den Philippinen. |