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Darunter wird der geplante Transfer
von Personen in Gebiete mit nicht voll genutztem landwirtschaftlichen Potential
verstanden. Be- und Umsiedlung umfassen Projekte der
Neulanderschliessung durch Bewässerung, Drainage und Waldrodung, sowie solche zur
Intensivierung der Landnutzung durch Aufteilung extensiv genutzter Großbetriebe in
kleinere Betriebseinheiten. Es lassen sich spontane und staatlich geförderte Be- und
Umsiedlungen unterscheiden. |
Spontane
Besiedlungen |
Spontane Besiedlung geschieht durch Eigeninitiative der
Siedler und wird ohne staatliche Unterstützung durchgeführt. Spontane Siedlung, oft auch
durch staatliche Strassenbaumaßnahmen gelenkt (z.B. Transamazonica), erfolgt im ruralen
und urbanen Raum. In ländlichen Regionen entstehen sie auf staatlichen Waldflächen
ebenso wie auf schlecht genutzten großen privaten Ländereien. Oft handelt es sich um
Siedlungen ohne klaren Rechtstitel, nicht selten auf ökologisch fragilen Standorten.
Rechtlosigkeit und hohes Vertreibungsrisiko führen dabei häufig zum Raubbau und zur
Bodendegradation. In einigen Ländern werden Maßnahmen zu einer nachträglichen
Überführung spontaner Siedlungen auf staatlichem Land in eine geordnete Entwicklung
unternommen. Im städtischen Raum zählen hier beispielsweise das "Kampung
Improvement Programme" in Indonesien oder die Verbesserung der informell entstehenden
randstädtischen Hüttensiedlungen in Lateinamerika dazu. Hierbei werden nachträglich der
Zugang zur Straße, zur Wasser- und Elektrizitätsversorgung angelegt und eine
Legalisierung der in Besitz genommenen Landflächen durchgeführt. |
Staatlich
geförderte
Siedlungsprogramme |
In vielen Ländern werden von den
Regierungen oder privaten Trägern staatlich unterstützte Siedlungsprogramme
durchgeführt, oft als sehr komplexe und kostenintensive Maßnahmen. So werden die Kosten
des indonesischen Transmigrationsprogrammes auf ca. 10.000
-12.000 US$ pro umgesiedelter Familie geschätzt. Großangelegte Siedlungsprogramme werden
oft zusammen mit Staudamm-Projekten durchgeführt und sind mehr und mehr umstrittten
(Volta-River Projekt in Ghana, Assuan-Damm in Ägypten, Drei-Schluchten-Damm in China). |
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Diese großräumigen
Siedlungsprogramme haben in ihrer Bedeutung abgenommen, da immer weniger potentiell
geeignetes Land zur Disposition steht. Umweltgesichtspunkte und die Akzeptanz der Rechte indigener Völker der Erschließung von tropischen Regenwäldern entgegenstehen und die relativ hohen
Implementierungs- und Servicekosten die Möglichkeiten vieler Länder übersteigen. Eine
kosten- und organisationseffektive Alternative zu den komplexen Siedlungsprogrammen bietet
die Kombination von spontaner Ansiedlung von Migranten (Spontaneous Settlement) mit dem
flexibel gesteuerten Planungsansatz "Plan as you proceed" (Beispiel: Ansiedlung
von Buginese aus Südsulawesi in Südsumatra). |
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Es lassen sich Beispiele für
erfolgreiche Siedlungsprogramme ebenso finden wie für Fehlschläge. Viele Elemente dieser
Programme können als Risikofaktoren wirken. So müssen die Bodenrechtsverhältnisse
eindeutig geklärt sein, damit bei der Erschließung von Siedlungsflächen keine
konkurrierenden Gruppen auftreten, die Bodenrechte, Weiderechte
oder Baumrechte beanspruchen. In der Elfenbeinküste beispielsweise nationalisierte der
Staat im Rahmen von Umsiedlungsprogrammen Ackerland und
Waldflächen und stellte sie, unter Missachtung der Rechte lokaler Gruppen, Neusiedlern zu
Verfügung. Da sie nur vorläufige Nutzungsrechte
erhielten, entstand eine "doppelte" Rechtsunsicherheit, einmal für Autochthone,
aber auch für Zugewanderte. |
Ziele
staatlicher Umsiedlungsprogramme |
Die Ziele reichen von der schnellen
Unterbringung von Flutopfern bis zur Schaffung besserer Lebensbedingungen für obdachlose
Großstädter (vgl. Kasten). |

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Probleme der
Umsiedlungsmaßnahmen |
Eine Vielzahl von Problemen treten
bei Umsiedlungsmassnahmen auf. Zu den wichtigsten zählen u. a.: die Auswahl der
Siedlungsgebiete, die Auswahl der Siedler, die Finanzierung des Vorhabens, die Größe der
landwirtschaftlichen Betriebe, die finanzielle Beteiligung der Siedler, die Bereitstellung
von Diensten, die rechtliche Situation wie z. B. die fehlende Aufklärung über die neuen
Bodenrechtstitel. |