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3. Bodenordnung im Brennpunkt - Lektionen der
Vergangenheit, Chancen für die Zukunft
3.6 Bodenordnung und Soziale Sicherung
Boden als
Instrument sozialer Sicherung |
Soziale Sicherung erfolgte in der
Agrargesellschaft in erster Linie durch Bodeneigentum oder gesicherten Bodenbesitz. Sie
stellte durch die Bewirtschaftung die Ernährung sicher, schuf Einkommen und erlaubte ggf.
auch die Aufnahme von Krediten. Das Leben in der erweiterten Familie sicherte gerade auch
im Alter und bei Individualität die Existenz. In vielen Regionen löst sich dieses
bereits überkommene System schnell auf, ohne dass alternative soziale Sicherungssysteme
bereits eingerichtet sind. |
Auflösung der
alten Sicherungs-systeme |
Die verbreitete Erbteilung lässt
die Betriebe so klein werden, dass die Basis für die Sicherung von Verwandten und durch
Verwandte nicht mehr gegeben ist. Es entsteht ein Zwang zum Zuverdienst, der oft nur an
entfernten Orten zu finden ist. Erweisen sich diese Einkommensquellen als unsicher, kommt
es schnell zu extremen Notlagen der zurückbleibenden Abhängigen und Schwachen. Dies
führt dazu, dass sie (sofern vorhanden) von staatlicher Fürsorge, religiösen Stiftungen
oder dauerhaft von Nahrungsmittelhilfe abhängig werden (z. B. in Tierhaltergebieten im
Sudan). |
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Das besonders in Afrika verbreitete
Recht jedes Mitglieds einer Lineage oder Ethnie auf Landzuweisung, wenn dieses zur
Erzielung des Lebensunterhalts bewirtschaftet werden soll, wird aufgeweicht durch die
Auflösung der tradierten Ordnungen der Ethnien, ebenso wie durch Bevölkerungszuwachs bis
zu dem Punkt, an dem kein Land mehr zur Zuteilung zur Verfügung steht (vgl. auch 2.3.2). |
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In den NUS-Ländern waren die
großen Kollektive und Staatsbetriebe die Basis für die soziale Sicherung der alten und
kranken Mitglieder, incl. ihrer Familienangehörigen. Je mehr Land für kleine
Familienwirtschaften oder agroindustrielle Unternehmen aus dem Großbetrieb herausgelöst
wird, desto schwächer wird materielle Basis, aus dem Alters- und Krankenversorgung,
Ausbildung, Kindergärten, Stipendien usw. finanziert werden können. Auch hier bestehen
nur unzureichende alternative Sicherungssysteme. |
     
     
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