Guiding Principles:
Land Tenure in Development Cooperation

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Orientierungsrahmen:
Bodenrecht und Bodenordnung

Deutsche Gesellschaft
für Technische Zusammenarbeit
Abt. 45 / Div. 45

 

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3. Bodenordnung im Brennpunkt - Lektionen der Vergangenheit, Chancen für die Zukunft

3.6 Bodenordnung und Soziale Sicherung

Boden als Instrument sozialer Sicherung

Soziale Sicherung erfolgte in der Agrargesellschaft in erster Linie durch Bodeneigentum oder gesicherten Bodenbesitz. Sie stellte durch die Bewirtschaftung die Ernährung sicher, schuf Einkommen und erlaubte ggf. auch die Aufnahme von Krediten. Das Leben in der erweiterten Familie sicherte gerade auch im Alter und bei Individualität die Existenz. In vielen Regionen löst sich dieses bereits überkommene System schnell auf, ohne dass alternative soziale Sicherungssysteme bereits eingerichtet sind.

Auflösung der alten Sicherungs-systeme

Die verbreitete Erbteilung lässt die Betriebe so klein werden, dass die Basis für die Sicherung von Verwandten und durch Verwandte nicht mehr gegeben ist. Es entsteht ein Zwang zum Zuverdienst, der oft nur an entfernten Orten zu finden ist. Erweisen sich diese Einkommensquellen als unsicher, kommt es schnell zu extremen Notlagen der zurückbleibenden Abhängigen und Schwachen. Dies führt dazu, dass sie (sofern vorhanden) von staatlicher Fürsorge, religiösen Stiftungen oder dauerhaft von Nahrungsmittelhilfe abhängig werden (z. B. in Tierhaltergebieten im Sudan).
Das besonders in Afrika verbreitete Recht jedes Mitglieds einer Lineage oder Ethnie auf Landzuweisung, wenn dieses zur Erzielung des Lebensunterhalts bewirtschaftet werden soll, wird aufgeweicht durch die Auflösung der tradierten Ordnungen der Ethnien, ebenso wie durch Bevölkerungszuwachs bis zu dem Punkt, an dem kein Land mehr zur Zuteilung zur Verfügung steht (vgl. auch 2.3.2).
In den NUS-Ländern waren die großen Kollektive und Staatsbetriebe die Basis für die soziale Sicherung der alten und kranken Mitglieder, incl. ihrer Familienangehörigen. Je mehr Land für kleine Familienwirtschaften oder agroindustrielle Unternehmen aus dem Großbetrieb herausgelöst wird, desto schwächer wird materielle Basis, aus dem Alters- und Krankenversorgung, Ausbildung, Kindergärten, Stipendien usw. finanziert werden können. Auch hier bestehen nur unzureichende alternative Sicherungssysteme.

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