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3. Bodenordnung im Brennpunkt - Lektionen der
Vergangenheit, Chancen für die Zukunft
3.5 Landkonflikte und Möglichkeiten des
Interessenausgleichs
3.5.3 Ebenen der Konfliktlösung
Lokale
Ebene: Schlüssselrolle für Konfliktschlichtung |
Die lokale Ebene war und ist in
Agrargesellschaften bzw. im ländlichen Raum der zentrale Ort zur Lösung bodenrechtlicher
Konflikte. Autochthones Bodenrecht, in dem Land-, Familien- und Erbrecht
weiterhin als Einheit lebendig sind, bleibt dabei Richtschnur von Entscheidungen (z. B.
das "Adat-Recht" in Indonesien). |
Renaissance
durch Ressourcenschutz |
Drängende Umweltprobleme, die
Implementierung des UNCED-Prozesses sowie marktwirtschaftliche Reformen stellen die
Bedeutung dezentraler Systeme der Konfliktschlichtung heraus. Sie sichern Öffentlichkeit
und Präsenz der Beteiligten und gewährleisten Problemnähe. Nur so können -zumindest in
einem ersten Schritt- die Wechselbeziehungen zwischen widerstreitenden acker-, weide- und
forstwirtschaftlichen Nutzungsinteressen erfasst und umfassende RessourcennutzungsKonzepte
erarbeitet werden . |
Regionale
Ebene: dringender Ausbaubedarf |
Diese mittlere Ebene zur
Konfliktschlichtung ist bislang nur in wenigen Ländern ausgeformt. Ein drängender Bedarf
zur Stärkung dieser häufig zu Unrecht -oder bewusst- vom Staat vernachlässigten
Instanzen besteht aber zweifellos zur Konfliktregelung bei flächenintensiven Ressourcen,
wie Weideland und Wäldern und bei der Entschärfung von
Auseinandersetzungen zwischen Tierhaltern und Ackerbauern. |
Nationale
Ebene: das euro-amerikanische "Modell" |
Der einheitliche Rechtskorpus der
Nationalstaaten, begründet auf euro-amerikanischen Normen, Rechtsbereichen und
Instanzenwegen, kann Konflikte mit autochthonem Recht gezielt provozieren, sich aber auch
öffnen für neue Formen der Koexistenz. |
Instrument
neuer Eliten |
Zur Anwendung kommt die staatliche
Rechtsprechung bislang vorwiegend im urbanen und sub-urbanen Raum, z. B. bei
Streitigkeiten im Umfeld der Registrierung von Privateigentum. Die Gerichtsverfahren sind zeitaufwendig und
teuer, da der Prozess permanent aktiv vorangetrieben werden muss und Bestechung nicht
ungewöhnlich ist. Hier prallen dann nicht selten autochthone, alteingesessene Eigentümer
mit externen, innovativen (Agrar-) Unternehmern oder städtischen Spekulanten aufeinander
(vgl. auch 3.2.2.). |
     
     
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