Spektakuläre
Gewaltausbrüche und der alltägliche Konflikt um Boden |
Spektakulären, gewalttätigen
Landkonflikten mit großem Medieninteresse in allen Teilen der Welt stehen die
vergessenen, alltäglichen Auseinandersetzungen um Ackerland,
Baugrundstücke, um Weide-, Waldnutzungs- und Wasserrechte
gegenüber. Sie blockieren eine effiziente und nachhaltige Landnutzung, untergraben
bestehende Sozialbeziehungen und verstärken die Ohnmacht der Betroffenen bei staatlichem
Versagen. Der Chiapas-Aufstand in Mexiko, die
Landauseinandersetzungen in Brasilien mit mehr als 1000 Toten in den zurückliegenden
Jahren oder das Aufbrechen von Gewalt in Ghana, Senegal oder Niger, der häufige
Gewaltgebrauch auf den Philippinen als ein Erbe der Landreform verlangen grundlegende
politische, auch internationale Lösungsansätze.
Wenn in Nicaragua 40 % der Haushalte in akute oder schwelende
Konflikte um Landtitel verwickelt sind, Auseinandersetzungen zwischen Ortsansässigen und
Zuwanderern, Grenzkonflikte um verteiltes Land zwischen "Adat" und "Public
Law" in Indonesien schwelen, dann besteht hier Handlungsbedarf, Beiträge zur
De-Eskalation zu liefern und dauerhaft stabilere, auf wechselseitigem Vertrauen basierende
Instanzen zu stärken.
In einem afrikanischen Transformationsland,
Mozambique, behindern vielschichtige Landkonflikte die wirtschaftliche und
gesellschaftliche Entwicklung: |