Guiding Principles:
Land Tenure in Development Cooperation

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Orientierungsrahmen:
Bodenrecht und Bodenordnung

Deutsche Gesellschaft
für Technische Zusammenarbeit
Abt. 45 / Div. 45

 

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3. Bodenordnung im Brennpunkt - Lektionen der Vergangenheit, Chancen für die Zukunft

3.4 Strukturwandel und Konversion von Boden

Weltweit führt so der (Agrar-) Strukturwandel zur Umwidmung der Nutzungsmuster von Boden. In vielen Regionen konkurrieren damit verschiedene Landnutzungs-formen miteinander, Konflikte auf unterschiedlichen Ebenen brechen auf.

Waldflächen zu Weide- bzw. Ackerland

Landwirtschaftlich genutzte Flächen weiten sich auf Kosten forstlicher Flächen aus. Schätzungen gehen davon aus, dass bereits mehr als 8 Millionen km2 der ursprünglich vorhandenen tropischen Feuchtwälder für landwirtschaftliche Nutzungen umgewandelt worden sind. Davon werden ca. 3 Millionen km2 als Weideland genutzt. Vor allem in Mittel- und Südamerika sind großflächig Wälder für agrar-industrielle Vorhaben, wie extensive Rinderfarmen, gerodet worden.

Weideflächen zu Ackerland

Der Ackerbau dringt immer stärker in Tierhaltergebiete vor. So kam es beispielsweise in der Butana im Sudan zu einer Verkleinerung der Weidegebiete, die durch mobile Tierhalter bewirtschaftet wurden, da Bewässerungsgebiete und der mechanisierte Regenfeldbau kontinuierlich weiter ausgedehnt wurden. Um diesen Wandel der Landnutzungsmuster zu erreichen, setzte der Nationalstaat die wesentlichen Institutionen des gemeinschaftlichen autochthonen Bodenrechts ausser Kraft, verstaatlichte das Land formal, erlaubte den freien Zugang bzw. privatisierte wertvolle Ackerflächen.

land- und forst-wirtschaftliche Nutzflächen zu Bauland und/oder Erholungsflächen

Mit wachsender Urbanisierung und Industrialisierung wächst der Bedarf an Land für nichtlandwirtschaftliche Zwecke stark an. So konkurrieren insbesondere die folgenden Nutzungen um den knappen Faktor Land:
  • Wohngebiete und Einkaufszentren,
  • Industrieanlagen und Gewerbegebiete,
  • Naturschutz- und Wasserschutzflächen,
  • Erholungsgebiete und flächenintensive Sportstätten (Golfplätze),
  • Landwirtschaft und Forstwirtschaft,
  • Verkehrsinfrastrukturmaßnahmen.

Zunehmende Dynamik bei der Umwandlung

Die Dynamik der Umwandlung landwirtschaftlich genutzter Flächen für ausserlandwirtschaftliche Vorhaben wird am Beispiel Java deutlich. Häufig kommt es gerade bei hochproduktiven bewässerbaren Flächen, die infrastrukturell gut erschlossen sind und somit leichten Zugang bieten, zur Umwandlung. Hier könnte eine effiziente Landnutzungsplanung zur Sicherung des hohen landwirtschaftlichen Potentials der Region und zur Vermeidung zahlreicher Landkonflikte beitragen.

Abbildung 3:

Umwandlung landwirtschaftlicher Flächen für einen Golfplatz

Zersiedlung

Ein weiteres Problem ist in vielen Regionen mit hohem Bevölkerungswachstum und ungeplanter Landnutzung eine zu starke Zersiedelung. Auch im urbanen Raum fehlt es trotz knapper Flächen oft an der notwendigen Bebauungsdichte.


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