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3. Bodenordnung im Brennpunkt - Lektionen der
Vergangenheit, Chancen für die Zukunft
3.3 Bodenordnung, landwirtschaftliche und ländliche
Entwicklung
3.3.4 Kapitalbildung
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Die Kapitalbildung in der
Landwirtschaft und im ländlichen Raum ist von hoher Bedeutung wegen ihrer langfristigen
Produktionseffekte und ihres gesamtwirtschaftlichen Beitrags. Die bestehende Bodenordnung
prägt Art und Umfang der Kapitalbildung entscheidend mit. |
Monetäre
Kapitalbildung |
Die monetäre Kapitalbildung spielt
eine vergleichsweise geringe Rolle, gemessen an der nichtmonetären Kapitalbildung:
Großbetriebe und ihre Eigentümer zahlen vielfach wenig Steuern -legal oder illegal-, so
dass sie einen relativen hohen Beitrag zur freiwilligen Ersparnis- und Kapitalbildung
leisten könnten. Zwar sind Kleinbetriebe oft von Steuern befreit, ihr Potential für
monetäre Kapitalbildung ist allerdings erheblich geringer. |
Nichtmonetäre
Kapitalbildung |
Nichtmonetärer Kapitalbildung
kommt die zentrale Bedeutung zu. Sie geschieht in Form von Arbeitsaufwand zur Verbesserung
der Produktions- und Lebensgrundlagen, oft nur in kleinen Mengen, die sich aber über die
Jahre und bei vielen Haushalten erheblich summieren. Die heutigen Kulturlandschaften sind
auf diese Weise geschaffen worden (Terrassen, Bewässerungskanäle, Wege). Aber auch
Familien mit Großbetrieben beteiligen sich aus Prestigegründen oder aus wirtschaftlichen
Interessen daran (Zufahrtsstrassen, Brunnen, Tempelreparatur, usw.). |
besondere
Bedeutung für Kleinbetriebe |
Kleinbetriebe bilden Kapital durch
Arbeitseinsatz (Bäume roden oder pflanzen, Steine vom Feld lesen, Zäune errichten,
Viehbestände vergrössern anstatt zu konsumieren). Ein Allokationsproblem entsteht hier
zumeist nicht, da die Erträge dieser Aufwendungen meist umfassend der Familie zufallen,
die den Aufwand geleistet hat. Auf Dorfebene ist dies jedoch schwieriger, da es nur wenige
Projekte gibt, die für alle Bewohner gleich interessant sind. Dies hängt auch davon ab,
wie stark Gemeinschaftseigentum an Ressourcen und
Gemeinschaftsgeist noch vorhanden sind. |
Rolle des
Staates bei Landreformen |
Bei Agrarstrukturänderungen
mit Landverteilung an kleine Bewirtschafter muss die Organisation der Kapitalbildung
zumindest in der Übergangsphase vom Staat übernommen werden, da Großgrundbesitzer -als
Verlierer der Reform- ihr Interesse an Investitionen verlieren. Da Staaten dazu immer
weniger in der Lage sind, verringern sich die Chancen für Reformen. |
     
     
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