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3. Bodenordnung im Brennpunkt - Lektionen der
Vergangenheit, Chancen für die Zukunft
3.3 Bodenordnung, landwirtschaftliche und ländliche
Entwicklung
3.3.3 Zuwachs und gerechtere Verteilung der Einkommen
Landbesitz
bestimmt Einkommen |
In Agrargesellschaften bestimmt der
Umfang des Landbesitzes in starkem Maße die Verteilung der Einkommen: wer viel Land
besitzt, verfügt über vergleichsweise hohe Einkommen, wer wenig Land hat, erreicht nur
ein bescheidenes Einkommen. Landlose versuchen, durch Verkauf ihrer Arbeitskraft etwa als
Gelegenheitsarbeiter etwas vom Einkommen der Landbesitzer abzubekommen. Macht und
(Land-)Eigentum bestimmen die Lebenslage, nicht der Beitrag zum Ertrag. |
Abhängigkeit |
Hinzu kommt, dass bei der
ungleichen Verteilung von Land die Reicheren in der Lage sind, die Armen in Abhängigkeit
zu halten und auszubeuten. Besonders drückend ist dabei die Mehrfachabhängigkeit, bei
der eine Person an einer anderen sowohl durch Pacht-, Arbeits- und Kreditbeziehungen
abhängig ist. |
Regionale
Unterschiede |
Auch regional bestehen erhebliche
und zunehmende Einkommensunterschiede. Wachstumszonen und Marginalstandorte
(Bewässerungsgebiete gegenüber Trockenlagen) driften mehr und mehr auseinander. Oft
haben sich grössere Grundbesitzer die besten Lagen gesichert: Großbetriebe kommen kaum
an Gebirgsstandorten vor. Auch hier gilt wieder, dass eine schnelle Agrarentwicklung die
beste Maßnahme zur Arbeits- und Einkommensbeschaffung ist, verglichen mit Bodenreformen. |
     
     
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