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3. Bodenordnung im Brennpunkt - Lektionen der
Vergangenheit, Chancen für die Zukunft
3.3 Bodenordnung, landwirtschaftliche und ländliche
Entwicklung
3.3.2 Effizientere Nutzung von Arbeitskräften und
bessere Arbeitsbedingungen
ländliche
Unterbeschäftigung und Verfügungsrechte an Boden |
Viele Entwicklungsländer sind
durch verbreitete Unterbeschäftigung gekennzeichnet: Arbeitssuchende finden keine bzw.
nicht ausreichende Arbeit oder solche unter ihrem Kenntnisstand. Sie werden von der
(erweiterten) Familie unterhalten und suchen durch verschiedenste Tätigkeiten zu deren
Unterhalt beizutragen (escape jobs). In Regionen verbreiteter Großbetriebe wird diese
Situation verschärft durch eine relativ arbeitsextensive, teils kapitalintensive
Wirtschaftsweise. Hier liegt die Betonung auf dem Anbau gut mechanisierbarer Kulturen. Im
Fall der Bewirtschaftung mit Teilpächtern ist die Arbeitsintensität zwar höher, aber
wegen der geringen Landzuweisung und Vorgaben bei der Auswahl der Anbaufrüchte wird die
Arbeitskraft auch hier nicht ausgenutzt. Nach Landreformen mit Enteignung
wird der Restbetrieb ehemaliger Großgrundbesitzer oft intensiv mit Maschinen
bewirtschaftet. Die Zahl der angestellten Arbeitskräfte sinkt, auch wenn neue
Aufstiegschancen entstehen, so für Traktorfahrer, Maschinenmeister etc.. |
Mehrarbeit in
Kleinbetrieben |
In Kleinbetrieben wird dagegen
arbeitsintensiver gewirtschaftet; man bemüht sich, die fehlende Fläche durch Arbeit zu
substituieren, indem etwa Futterflächen eingespart werden durch das Sammeln von Gräsern
und Kräutern an Wegrändern o.ä.. Kleinbetriebe absorbieren mehr Personen, allerdings
auf Kosten von Unterbeschäftigung, d.h. durch Teilen der vorhandenen Arbeit und Erträge.
Die Aufteilung von Großbetrieben durch Bodenbesitzreformen bedeutet daher
gesamtwirtschaftlich Mehrarbeit, allerdings in Grenzen: |
mehr Frauen-
und Kinderarbeit |
Es handelt sich in erster Linie um
Mehrarbeit bereits tätiger Arbeitskräfte, also um eine Reduzierung bestehender
Unterbeschäftigung, kaum aber um neugeschaffene Arbeitsplätze. Oftmals geht diese
Mehrarbeit zu Lasten von Frauen und Kindern. |
     
     
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