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3. Bodenordnung im Brennpunkt - Lektionen der
Vergangenheit, Chancen für die Zukunft
3.3 Bodenordnung, landwirtschaftliche und ländliche
Entwicklung
3.3.1 Betriebsgröße, Agrarproduktion und
-produktivität
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Die Agrarproduktion je
Flächeneinheit wird von der Betriebsgröße und den mit dieser im Zusammenhang stehenden
Faktoren beeinflusst. Kleinbewirtschafter müssen ihr Land besser nutzen, um ihren
Lebensunterhalt zu sichern. Grenzen werden ihnen gesetzt durch mangelnde Verfügbarkeit
technischer Neuerungen, fehlende Förderungsinstitutionen,
agrarpolitische Maßnahmen und Instrumente, aber eben auch unsichere Eigentums- und
Pachtverhältnisse sowie eine ungleiche Wasserverteilung. Bei Neubauern tritt nach der
Landzuweisung, z.B. nach Bodenbesitzreformen oder Umsiedlung,
oft zunächst ein Produktionsrückgang ein wegen der Fritktionen des Übergangs, die durch
entsprechende Anreize überwunden werden können. Voraussetzungen sind dabei die
Begleitmassnahmen der Bodenbewirtschaftungsreformen.
Dies gilt aktuell besonders in den Transformationsländern Osteuropas. |
Produktions-richtung
und Vermarktungsanteil |
Auch die Produktionsrichtung und
der Vermarktungsanteil werden von den Betriebsgrößen und damit der Landverteilung
beeinflusst. Kleinbetriebe halten vergleichsweise mehr Vieh, dienen mehr der
Selbstversorgung und bauen eher einjährige Früchte an. Großbetriebe haben ihre Stärken
beim Ackerbau, bei Verkaufsfrüchten und bei mehrjährigen Kulturen. |
Kleinbetriebe
haben nicht immer die höchste Produktivität |
Die Regel, wonach Kleinbetriebe
sich durch höhere Produktivität auszeichnen, wird immer wieder neu kontrovers
diskutiert. Sie gilt nicht immer: wenn Kleinbewirtschafter wegen fehlender
Einkommensalternativen zu intensiver Bewirtschaftung gezwungen sind, um zu überleben,
dann trifft diese Regel zu. Eine egalitäre, unimodale Landverteilung würde dann
Produktivitätszuwächse besonders fördern. Anders ist dies bei nachlassendem Interesse
durch alternative Arbeitsplätze und Migration. Aber auch in
Regionen mit starken technologischen Veränderungen in der Landbewirtschaftung haben nicht
immer Kleinbetriebe die höchste Produktivität, da sie die erforderlichen Investitionen
nicht aus eigener Kraft leisten und economies of scale nur unzureichend realisieren
können. Hier finden sich die höchsten Produktivitäten bei mittelgroßen, umfassend
marktintegrierten Betrieben. |
Land an
Landlose? |
Angesichts der weltweit -wenn auch
sehr unterschiedlich- anzutreffende Entwicklungserfolge ist zu überlegen, ob und wann es
noch sinnvoll ist, Kleinstparzellen an Landlose zuzuweisen, die über längere Zeit kaum
eine wirtschaftlich gesunde Existenz aufbauen können. Alternativ wäre deshalb die
Betriebsvergrößerung zu kleiner Einheiten zu diskutieren, um diese auf ein
befriedigendes Produktionsniveau zu bringen. Allerdings klaffen hier soziale und
ökonomische Ziele auseinander. Viele Länder haben sich auch in der Vergangenheit schon
für die Aufstockung bestehender Betriebe anstatt für die Landzuweisung an Landlose
entschieden, nicht zuletzt, weil sie die notwendige Ausstattung mit Zugkraft, Maschinen,
Saatgut und Förderungsdiensten nicht aus öffentlichen Mitteln aufbringen konnten. |
     
     
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