Guiding Principles:
Land Tenure in Development Cooperation

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Orientierungsrahmen:
Bodenrecht und Bodenordnung

Deutsche Gesellschaft
für Technische Zusammenarbeit
Abt. 45 / Div. 45

 

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3. Bodenordnung im Brennpunkt - Lektionen der Vergangenheit, Chancen für die Zukunft

3.2 Dimensionen der Bodenverknappung im entwicklungsprozess

3.2.2 Wandel der Bedeutung des Bodens für die Landbevölkerung und (urbane) Eliten

  "Land" lässt sich danach in vielen Regionen nicht mehr einfach von "Stadt" trennen. Denn viele Landbewohner sind in die Städte gezogen, behalten aber ihre engen Beziehungen zu ihren Heimatdörfern und die Rechte an Land aufrecht. "Land" gewinnt auch wachsende Bedeutung als Erholungsgebiet und Alterssitz für Städter. In einigen Ländern ist es üblich, dass wohlhabende Städter Boden kaufen, entweder als Landsitz zur steuerfreien Geldanlage oder zur gewinnversprechenden Spekulation.

Informationsvorsprung

Je mehr Boden durch Verstädterung, infrastrukturelle Erschliessung, Anreize zur Exportproduktion o.ä. an Wert gewinnt, desto stärker nutzen städtische und ländliche Eliten ihren Informationsvorsprung beim Landerwerb gegenüber (Klein-)Bauern. Sie erfahren zumeist weitaus früher von Entwicklungsplänen oder Infrastrukturprojekten als die unmittelbar Betroffenen in den ländlichen Regionen. Sie kennen die beschlossenen Fördermaßnahmen und sind über die aktuelle Bodengesetzgebung informiert (Registrierungsprozeduren). Sie haben gute Kontakte zu Behörden, verfügen über ausreichend finanzielle Mittel und sind kreditwürdig. Damit können sie auch die gesetzlichen Regelungen zu ihren Gunsten nutzen (vgl. auch 3.5.5. "Vermachtung von Recht").

Eliten kaufen Land

Damit finden sich häufig Eliten, die umfangreiche Ländereien zur Steuerersparnis oder als Spekulationsobjekt gekauft haben. Allein in Brasilien wurden in den Jahren 1974-1988 durch steuerliche Anreize im Amazonasgebiet zahlreiche extensiv-weidewirtschaftlich orientierte Rinderhaltungsbetriebe mit Betriebsgrößen zwischen 15.000 ha und mehreren 100.000 ha aufgebaut.

"Narcolandia"

Seit Beginn der 80er Jahre nahm in den östlichen und südöstlichen Tiefländern Kolumbiens, später auch in denen Boliviens und Perus die Entstehung von Großgrundeigentum der Drogenproduzenten und Drogenhändler rasch zu. Die Drogenmafia kaufte riesige Hazienden zusammen, um auf diesen "Narcolandias", die durch paramilitärische Einheiten geschützt werden, relativ ungestört die Kokainproduktion zu betreiben.

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