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3. Bodenordnung im Brennpunkt - Lektionen der
Vergangenheit, Chancen für die Zukunft
3.2 Dimensionen der Bodenverknappung im
entwicklungsprozess
3.2.2 Wandel der Bedeutung des Bodens für die
Landbevölkerung und (urbane) Eliten
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"Land" lässt sich danach in vielen
Regionen nicht mehr einfach von "Stadt" trennen. Denn viele Landbewohner sind in
die Städte gezogen, behalten aber ihre engen Beziehungen zu ihren Heimatdörfern und die
Rechte an Land aufrecht. "Land" gewinnt auch wachsende Bedeutung als
Erholungsgebiet und Alterssitz für Städter. In einigen Ländern ist es üblich, dass
wohlhabende Städter Boden kaufen, entweder als Landsitz zur steuerfreien Geldanlage oder
zur gewinnversprechenden Spekulation. |
Informationsvorsprung |
Je mehr Boden durch Verstädterung,
infrastrukturelle Erschliessung, Anreize zur Exportproduktion o.ä. an Wert gewinnt, desto
stärker nutzen städtische und ländliche Eliten ihren Informationsvorsprung beim
Landerwerb gegenüber (Klein-)Bauern. Sie erfahren zumeist weitaus früher von
Entwicklungsplänen oder Infrastrukturprojekten als die unmittelbar Betroffenen in den
ländlichen Regionen. Sie kennen die beschlossenen Fördermaßnahmen und sind über die
aktuelle Bodengesetzgebung informiert (Registrierungsprozeduren).
Sie haben gute Kontakte zu Behörden, verfügen über ausreichend finanzielle Mittel und
sind kreditwürdig. Damit können sie auch die gesetzlichen Regelungen zu ihren Gunsten
nutzen (vgl. auch 3.5.5. "Vermachtung von Recht"). |

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Eliten kaufen Land |
Damit finden sich häufig Eliten, die
umfangreiche Ländereien zur Steuerersparnis oder als Spekulationsobjekt gekauft haben.
Allein in Brasilien wurden in den Jahren 1974-1988 durch steuerliche Anreize im
Amazonasgebiet zahlreiche extensiv-weidewirtschaftlich orientierte Rinderhaltungsbetriebe
mit Betriebsgrößen zwischen 15.000 ha und mehreren
100.000 ha aufgebaut. |
"Narcolandia" |
Seit Beginn der 80er Jahre nahm in den
östlichen und südöstlichen Tiefländern Kolumbiens, später auch in denen Boliviens und
Perus die Entstehung von Großgrundeigentum der Drogenproduzenten und Drogenhändler rasch
zu. Die Drogenmafia kaufte riesige Hazienden zusammen, um auf diesen
"Narcolandias", die durch paramilitärische Einheiten geschützt werden, relativ
ungestört die Kokainproduktion zu betreiben. |
     
     
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