Guiding Principles:
Land Tenure in Development Cooperation

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Orientierungsrahmen:
Bodenrecht und Bodenordnung

Deutsche Gesellschaft
für Technische Zusammenarbeit
Abt. 45 / Div. 45

 

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3 Bodenordnung im Brennpunkt - Lektionen der Vergangenheit, Chancen für die Zukunft

3.10 Bodenmärkte: Entstehung, Funktionen, Dynamik

3.10.3 Wachsende Bedeutung informeller, paralleler Bodenmärkte

Entstehung
paralleler
Bodenmärkte

In vielen Länder bestehen noch erhebliche Verzerrungen auf Bodenmärkten. So schränkt der Staat in Nigeria, Kenia oder Guinea-Bissau den Handlungsspielraum bei Privateigentum durch Verpfändungs- und Verpachtungsverbote ein. Dies führt vielfach dazu, dass ordnungsrechtliche Vorgaben teilweise ignoriert oder umgangen werden und Boden auf informellen Schattenmärkten verkauft und verpfändet wird. So hat in Nigeria die Mehrheit der Bevölkerung ihr Land durch Transfers wie Kauf oder Verpachtung erhalten, die weder mit autochthonem Recht konform, noch durch staatliches Recht sanktioniert sind.

Wirkungen
informeller
Bodenmärkte

In der Realität werden Transferbeschränkungen damit häufig unterlaufen. Heimlich vollzogene Verkäufe sind aber vor Gericht nicht durchsetzbar. Dies gilt um so mehr, als Verkäufe von Land dabei oft als Verkäufe von Bäumen oder als Verpfändung getarnt werden müssen. Entsprechend werden auf die Verkaufspreise oft verdeckte Risikoprämien aufgeschlagen, wodurch Markt- und Schattenpreis voneinander abweichen. Auch in ehemals sozialistisch orientierten Ländern, wie Tanzania, Benin oder Mali, wurde bereits Land in grösserem Umfang über Märkte transferiert.

Informationskosten

Verkaufsbeschränkungen erhöhen zudem die Informationskosten für potentielle Käufer, da Grundbücher -soweit überhaupt existent- nicht die aktuellen Eigentumsverhältnisse widerspiegeln, und potentielle Käufer somit abklären müssen, wer eventuell zusätzlich noch Rechte an der Parzelle hält. Werden Grundbücher nicht gepflegt und aktualisiert, schreiten undokumentierte Transfers und weitere Parzellierung voran. Der Anspruch, dass der Grundbucheintrag eine zentrale Vorbedingung für funktionsfähige, unverzerrte Märkte sei, damit intersubjektiv nachvollziehbare ökonomische Kriterien den Transfer von Ressourcen hin zu ihrer besten Verwendung bestimmen und nicht mehr verwandtschaftliche Netzwerke oder Ethnizität Entscheidungen leiten, ist angesichts der administrativen Engpässe in vielen Ländern kaum umzusetzen.

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