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2. Globale Bedeutung der Bodenfrage, Leitbilder und
Eigentumssysteme
2.2 Leitbilder und Konzepte zu Boden
Wandel in der
"sozialen Konstruktion" von
Boden |
Die Leitbilder und Konzepte von
Boden unterlagen gerade in den zurückliegenden Jahren einem raschem Wandel. Boden steht
für Eigentum, er ist Gegenstand landwirtschaftlicher und industrieller Nutzung, eben ein
Produktionsfaktor neben Arbeit und Kapital. Boden verkörpert natürlich weitaus mehr
Dimensionen: Heimat, Ort der Ahnen, Voraussetzung zur Verwirklichung individueller
Freiheit, Grundlage des Überlebens, aber auch Gegenstand der Besteuerung, der
Begehrlichkeit von Staat und Interessengruppen, von Macht und Abhängigkeit, von
Konflikten und Kriegen. Alle diese Ideen verknüpfen das physische Objekt mit der
menschlichen Vorstellung, wie es zu vereinnahmen, zu besitzen, zu nutzen und zu sichern
ist. Diese "social construction of
land" (Bromley 1996) wird aktuell neu
hinterfragt und bestimmt durch marktwirtschaftliche Reformen in den meisten
Entwicklungsländern, durch noch weiterreichende Transformationsprozesse
in Mittel- und Osteuropa, in den Neuen Unabhängigen Staaten (NUS),
aber auch durch die Globalisierung der Volkswirtschaften und die Diskussion um die
Sozialverpflichtung von Eigentum bei tiefgreifendem Strukturwandel in
Industriegesellschaften. |
Leitlinien und
Bewertungskriterien |
Den jeweiligen Bodenordnungen in Entwicklungs-
und Industriegesellschaften liegen Werte und Normen zugrunde, die nur selten aus ihrem
kulturellen Kontext herausgegriffen werden können. Der Orientierungsrahmen basiert - als
Richtschnur - auf lediglich vier Leitlinien, die nicht zufälligerweise auch die
Neuorientierung der deutschen EZ begleiten und die eine Grundlage zur Bewertung von
Bodenordnungen sind:
- Rechtssicherheit und Reformen,
- Rechtstaatlichkeit und Menschenrechte,
- Beteiligung (Partizipation)
der Bevölkerung am politischen Prozess der Behandlung der Bodenfrage und
- die Bedeutung von Eigentum in marktwirtschaftlichen Ordnungen.
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