Guiding Principles:
Land Tenure in Development Cooperation

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Orientierungsrahmen:
Bodenrecht und Bodenordnung

Deutsche Gesellschaft
für Technische Zusammenarbeit
Abt. 45 / Div. 45

 

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2. Globale Bedeutung der Bodenfrage, Leitbilder und Eigentumssysteme

2.2 Leitbilder und Konzepte zu Boden

Wandel in der "sozialen Konstruktion" von
Boden

Die Leitbilder und Konzepte von Boden unterlagen gerade in den zurückliegenden Jahren einem raschem Wandel. Boden steht für Eigentum, er ist Gegenstand landwirtschaftlicher und industrieller Nutzung, eben ein Produktionsfaktor neben Arbeit und Kapital. Boden verkörpert natürlich weitaus mehr Dimensionen: Heimat, Ort der Ahnen, Voraussetzung zur Verwirklichung individueller Freiheit, Grundlage des Überlebens, aber auch Gegenstand der Besteuerung, der Begehrlichkeit von Staat und Interessengruppen, von Macht und Abhängigkeit, von Konflikten und Kriegen. Alle diese Ideen verknüpfen das physische Objekt mit der menschlichen Vorstellung, wie es zu vereinnahmen, zu besitzen, zu nutzen und zu sichern ist.

Diese "social construction of land" (Bromley 1996) wird aktuell neu hinterfragt und bestimmt durch marktwirtschaftliche Reformen in den meisten Entwicklungsländern, durch noch weiterreichende Transformationsprozesse in Mittel- und Osteuropa, in den Neuen Unabhängigen Staaten (NUS), aber auch durch die Globalisierung der Volkswirtschaften und die Diskussion um die Sozialverpflichtung von Eigentum bei tiefgreifendem Strukturwandel in Industriegesellschaften.

Leitlinien und Bewertungskriterien

Den jeweiligen Bodenordnungen in Entwicklungs- und Industriegesellschaften liegen Werte und Normen zugrunde, die nur selten aus ihrem kulturellen Kontext herausgegriffen werden können. Der Orientierungsrahmen basiert - als Richtschnur - auf lediglich vier Leitlinien, die nicht zufälligerweise auch die Neuorientierung der deutschen EZ begleiten und die eine Grundlage zur Bewertung von Bodenordnungen sind:
  • Rechtssicherheit und Reformen,
  • Rechtstaatlichkeit und Menschenrechte,
  • Beteiligung (Partizipation) der Bevölkerung am politischen Prozess der Behandlung der Bodenfrage und
  • die Bedeutung von Eigentum in marktwirtschaftlichen Ordnungen.

 

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