Guiding Principles:
Land Tenure in Development Cooperation

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Orientierungsrahmen:
Bodenrecht und Bodenordnung

Deutsche Gesellschaft
für Technische Zusammenarbeit
Abt. 45 / Div. 45

 

Dirk Effler (1996): Bodenrecht, Bodenordnung und Landnutzungsplanung
im Kontext der ländlichen Entwicklung in der Manica-Provinz, Mosambik

Vorwort:

Landnutzung und Bodenordnung in Mosambik waren im Laufe der Geschichte des Landes einschneidenden Veränderungen unterworfen. Das Verhältnis zwischen traditionellen autochthonen und "modernen" importierten Landbesitzverhältnissen und -bewirtschaftungsformen spielte dabei immer eine entscheidende Rolle. Den größten Einfluß auf Landnutzung und Bodenordnung hatten und haben jedoch die politischen und sozio-ökonomischen Rahmenbedingungen sowie die lang anhaltenden kriegerischen Auseinandersetzungen und damit verbundenen Migrationsbewegungen insbesondere in den ländlichen Gebieten.

Die Marginalisierung traditioneller ländlicher Gemeinschaften, ihre Verdrängung von Gunststandorten und ihre ökonomische und soziale Ausgrenzung fanden in jeder Epoche der mosambikanischen Geschichte statt. Erst in jüngster Zeit findet eine zunehmende Berücksichtigung der Interessen und Potentiale dieser gesellschaftlichen Gruppen, die den größten Teil der Bevölkerung ausmachen, in der mosambikanischen Land(wirtschafts)politik Einzug. Insbesondere im Hinblick auf die geplante Reform der Landgesetzgebung und einer damit verbundenen Bodenneuordnung in vielen ländlichen Gebieten widmet die erste frei und demokratisch gewählte Regierung unter Präsident Joaquim Chissano ein besonderes Augenmerk.

Mosambik zählt heute zu den ärmsten Ländern der Welt. Gleichzeitig verfügt das Land über große Potentiale an Land und natürlichen Ressourcen. Eine gerechte Verteilung des Zugangs zu diesen Ressourcen sowie die Möglichkeit ihrer angemessenen und nachhaltigen Nutzung für alle gesellschaftlichen Gruppen stellt - neben der Überwindung des noch bestehenden politisch-administrativen Machtvakuums in ländlichen Gebieten - eine der größten Herausforderungen für die junge Demokratie in Mosambik dar. Eine partizipativ orientierte Landnutzungsplanung auf allen Ebenen unter Beteiligung aller Interessen- und Landnutzergruppen kann in diesem Rahmen ein sehr hilfreiches Instrument sein.

 

Alle Ansichten, Interpretationen, Schlüsse und Empfehlungen in dieser Studie sind die des Autors und nicht notwendigerweise die der darin genannten Institutionen und Organisationen.

Chimoio / Berlin, Januar / Mai 1996