Guiding Principles:
Land Tenure in Development Cooperation

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Orientierungsrahmen:
Bodenrecht und Bodenordnung

Deutsche Gesellschaft
für Technische Zusammenarbeit
Abt. 45 / Div. 45

 

Dirk Effler (1996): Bodenrecht, Bodenordnung und Landnutzungsplanung
im Kontext der ländlichen Entwicklung in der Manica-Provinz, Mosambik

5. Empfehlungen für Landnutzungsplanung und Bodenordnung in Mossurize

Am Beispiel des Distriktes Mossurize können anhand der bisher vorliegenden Ergebnisse Empfehlungen für die Anwendung des Instruments LNP auf Distrikt- und lokaler Ebene sowie die zukünftige Berücksichtigung der Bodenordnung und ihre aktive Einbeziehung in den Planungsprozeß abgegeben werden.

Aus den Problemen und Potentialen der Region werden Ziele und Grundsätze abgeleitet, denen eine LNP auf den verschiedenen Ebenen folgen sollte. Diese bilden zusammen mit den möglichen Beteiligten und Akteuren den Rahmen für den Planungsprozeß. Innerhalb dieses Rahmens bewegt sich die Vorgehensweise zusammen mit empfehlenswerten Instrumenten, Methoden und Techniken.

5.1 Probleme und Potentiale

In den Tabellen 3 und 4 sind die land- und nutzungsbezogenen Probleme und Potentiale in der Region zusammengefaßt und gegliedert.

Tabelle 3: Land- und nutzungsbezogene Probleme in der Region Mossurize-Sul

PROBLEME

DER REGION

DER LÄNDLICHEN BEVÖLKERUNG

DER INSTITUTIONEN

erratische Niederschläge Mangel an Arbeitskraft (Handarbeit und Zugtiere) mangelhafte Ausstattung staatlicher Institutionen
unzureichende Trinkwasserversorgung in den ländlichen Gebieten Mangel an landwirtschaftlichen Geräten und Werkzeugen niedriger Ausbildungsstand des Personals staatlicher Institutionen in Bezug auf Planungs- und sektorübergreifende Disziplinen
erosionsgefährdete Böden Mangel an Saatgut zentralistische Orientierung staatlicher Institutionen und starre Hierarchien
hohe Oberflächenaktivität und Oberflächenabfluß fehlende Ernährungssicherung für Teile der ländlichen Bevölkerung Nichteinhaltung gesetzlicher Vorschriften bei der Bearbeitung von Anträgen auf Erteilung einer Landnutzungskonzession
rapide fortschreitende Zerstörung der Vegetationsdecke unzureichender Zugang zu staatlichen Dienstleistungen für weite Teile der ländlichen Bevölkerung fehlendes Vertrauen der ländlichen Bevölkerung in Regierung und Verwaltung
unangepaßtes Ressourcenmanagement absolute Armut der schwächeren Bevölkerungsgruppen, insb. alleinstehender Frauen unklares Verhältnis zwischen der Rolle der traditionellen Autoritäten und der staatlichen Institutionen
zerstörte Infrastruktur Benachteiligung von frauengeführten Haushalten in der traditionellen Gesellschaft nicht vollständig konsolidierte traditionelle Institutionen
große räumliche Disparitäten bezüglich der natürlichen Ausstattung, des Entwicklungsstandes und der Lebensbedingungen für die ländliche Bevölkerung unzureichender Zugang zu Vermarktungsmöglichkeiten für weite Teile der ländlichen Bevölkerung  
  unzureichender Zugang zu Land für die schwächeren Bevölkerungsgruppen, insb. alleinstehende Frauen und frauengeführte Haushalte  
  unzureichende Bodenrechts- und -nutzungssicherheit für die gesamte ländliche Bevölkerung  
  Nichtanerkennung der Rechte, Bedürfnisse und Potentiale des Familiensektors durch Regierung und Verwaltung  
  fehlende Beteiligung der Bevölkerung bei Planungs- und Entwicklungsmaßnahmen  

 

Tabelle 4: Land- und nutzungsbezogene Potentiale in der Region Mossurize-Sul

POTENTIALE

DER REGION

DER LÄNDLICHEN BEVÖLKERUNG

DER INSTITUTIONEN

überwiegend gute bis sehr gute Bodeneigenschaften hohe Arbeitsmotivation hohe Arbeitsmotivation, besonders bei dem Beratungsdienst
überwiegend klimatische Gunststandorte schneller Wiederaufbau der Gehöfte gute Kontakte des Beratungsdienstes zur Bevölkerung
noch relativ viel Waldvegetation Bereitschaft zur Organisation in Gruppen institutionalisierte intersektorale Koordinierung durch GACODEMO
permanent wasserführende Flüsse relativ klare kurz-, mittel- und langfristige Ziele Unterstützung durch NRO und Entwicklungsprojekte der Provinzebene
Anbaumöglichkeiten für eine Vielzahl von Kulturen Marktorientierung Koordinierungsbereitschaft bei Verwaltung und traditioneller Führung
relativ geringe Landkonflikte diversifizierte Produktionssysteme funktionsfähige traditionelle Konfliktschlichtungs- und -lösungsmechanismen
relativ geringer Bevölkerungsdruck Bereitschaft und Fähigkeit zur Konfliktlösung Dezentralisierungspolitik der Zentralregierung
  relativ geringe Landkonkurrenz Landpolitik der Zentralregierung