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Dirk Effler (1996): Bodenrecht, Bodenordnung und Landnutzungsplanung 4.6.2. Potentielle Konflikte In der Region Mossurize-Sul und speziell in den vermutlichen Zielgebieten geplanter kommerzieller Farmen gibt es noch kaum Anzeichen für eventuelle schwerwiegende Landkonflikte. Einerseits sind die Bauern zwar generell sehr skeptisch und mißtrauisch gegenüber Ausländern, die in Begleitung von Angehörigen staatlicher Organe ihre Gebiete betreten und äußern oftmals die Befürchtung, daß genau diese Gruppen vorhaben, ihnen ihr Land zu nehmen. Andererseits sind sie fest davon überzeugt, daß sie die alleinigen Inhaber von gültigen Landrechten sind und nur der régulo über das Land entscheiden könne. Dabei gibt es jedoch auch Tendenzen, wonach eine comunidade bereits ihren régulo des geplanten Verkaufs von Land an Außenstehende verdächtigt [FN 254]. Potentielle Konflikte lassen sich anhand der aktuellen Entwicklung ableiten. Die Region ist zur Zeit (mit Ausnahme der Missionsstation) ausschließlich von Familienbauern besiedelt und genutzt. Gleichzeitig liegt bereits eine Reihe von Anträgen auf Erteilung von formellen Landnutzungstiteln vor, von deren Existenz die ansässigen Bauern keine Kenntnis haben. Es ist deshalb davon auszugehen, daß sich Konflikte in naher Zukunft entwickeln werden, wenn die Titelinhaber die ihnen zugeteilten Flächen besetzen wollen und sich mit den dort lebenden Familien auseinandersetzen müssen. Die Vermeidung bzw. Lösung dieser Konflikte wird im wesentlichen von der Verhandlungsbereitschaft der Titelinhaber abhängen, die bis zu diesem Zeitpunkt schon relativ viel Kapital investiert haben werden und deren Besteuerung sich nach der Gesamtgröße des Landes bemißt. Die Haltung der Distriktregierung und insbesondere der Landwirtschaftsdirektion bei einer evtl. Vermittlerfunktion wird ebenfalls eine wichtige Rolle spielen. Die Region Mossurize-Sul ist zum gegenwärtigen Zeitpunkt nicht auf größere Konflikte vorbereitet. Es gibt keine funktionsfähigen formellen Vermittlungs- oder Schlichtungsinstitutionen, und die Rolle, die die traditionellen Autoritäten einnehmen werden, ist noch unklar. Es besteht die Möglichkeit, daß sie sich ausschließlich zum Anwalt ihrer comunidade machen und versuchen werden, eine für diese akeptable Lösung zu finden. Es liegt aber auch im Bereich des Möglichen, daß sie sich aufgrund ihrer Führungsposition von den kommerziellen Interessen korrumpieren lassen und Modellen zustimmen werden, die zum Nachteil der Familienbauern gereichen. Das Konfliktpotential der Region kann insgesamt als hoch bis sehr hoch eingeschätzt werden. |