Guiding Principles:
Land Tenure in Development Cooperation

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Orientierungsrahmen:
Bodenrecht und Bodenordnung

Deutsche Gesellschaft
für Technische Zusammenarbeit
Abt. 45 / Div. 45

 

Dirk Effler (1996): Bodenrecht, Bodenordnung und Landnutzungsplanung
im Kontext der ländlichen Entwicklung in der Manica-Provinz, Mosambik

4.4.4 Nichtregierungsorganisationen

Die einzige Nichtregierungsorganisation (NRO), die in der Region Mossurize-Sul über "eigenes" Land verfügt, ist die katholische Diozöse Manica mit Sitz in Chimoio. Sie ist die offizielle Inhaberin des Landtitels über ca. 250 ha für das Gebiet der Missionsstation São Leonardo (siehe Karte 6 im Anhang). De facto wird dieses Land von der Missionsstation selbst gemäß ihrer Ziele verwaltet. Die Zentrale in Chimoio kann zwar Entscheidungen treffen, braucht zu deren Umsetzung jedoch die Zustimmung des verantwortlichen Padre von São Leonardo.

Die Ziele der Missionsstation sind nicht direkt landbezogen. Sie bestehen vielmehr in der Unterhaltung der Kirche, seelsorgerischer Arbeit, Gesundheitsversorgung und Bildung für die lokale Bevölkerung. Wie auch in der Zeit bis zu ihrer gewaltsamen Auflösung durch die FRELIMO 1976 soll sich die Missionsstation durch die Nutzung des Landes selbst tragen sowie ihre sozialen Projekte finanzieren. Außerdem wird ein Beitrag zur Finanzierung der Diozöse in Chimoio erwartet. Zu diesen Zwecken wurde in der Vergangenheit nur ein kleinerer Teil der Gesamtfläche von der Station selbst landwirtschaftlich genutzt. Der größere Teil wurde von Bauern des Familiensektors, die Mitglieder der Kirchengemeinde waren, zur Eigenversorgung bewirtschaftet.

Seit der Wiederaufnahme der Funktionen der Missionsstation im Jahre 1993 werden nur ca. 2 ha von dieser landwirtschaftlich genutzt. Das Gebiet, das auch vor der Unabhängigkeit nicht von der Station selbst bewirtschaftet wurde, untersteht heute (informell) chefe Mafuia. Auf dem Land, welches die Missionsstation vor 1976 genutzt hat, siedeln heute Kirchenmitglieder aus dem Familiensektor.

Nach Ansicht des Bischofs von Chimoio soll die Station São Leonardo einen größeren Teil ihres Landes wieder kommerziell nutzen, um sowohl sich selbst als auch die Diozöse zu finanzieren. Eine landwirtschaftliche Nutzung durch den Familiensektor ist nicht vorgesehen. Dem steht die Haltung des verantwortlichen Padre entgegen, der eine langsame Entwicklung der landwirtschaftlichen Produktion auf einer Kernfläche zur Eigenversorgung der Station und ihrer Projekte anstrebt. Die auf dem Kirchenland ansässigen Familienbauern sind die primäre Zielgruppe der Sozialprojekte der Station und sollen deshalb ein Bleiberecht haben [FN 226].

Der Einfluß der Missionsstation auf andere Nutzergruppen hängt im wesentlichen von ihrer zukünftigen Landnutzungspolitik ab. Sie hat aufgrund ihres Landtitels die gleiche Position wie die kommerziellen Betriebe. Bedingt durch die feindselige Haltung zwischen Regierung und Kirche seit der Unabhängigkeit erfährt die Station jedoch nicht die gleiche Unterstützung der Distriktregierung wie die Gruppe der kommerziellen Farmer. Zwischen der Kirche und der Regierung des posto administrativo Chiurairue könnte es in Zukunft zu Konflikten kommen, da letztere seit der Vertreibung der Padres un Hagre 1976 Gebäude und Land nutzt, die der Station gehören. Die Position der Missionsstation gegenüber Regierungsstellen wird vermutlich durch das zukünftige Verhältnis zwischen dem Bischof in Chimoio und der Provinzregierung entschieden werden.

Der Zugang zu Land wird zwar durch den Landtitel definiert, entscheidet sich jedoch anhand des Verhältnisses zwischen der Mission und ihrer Zielgruppe. Die Bedeutung für die Entwicklung der Region ist noch nicht absehbar, wird aber im wesentlichen von dem Erfolg und der Nachhaltigkeit der Projekte der Missionsstation abhängen.