Guiding Principles:
Land Tenure in Development Cooperation

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Orientierungsrahmen:
Bodenrecht und Bodenordnung

Deutsche Gesellschaft
für Technische Zusammenarbeit
Abt. 45 / Div. 45

 

Dirk Effler (1996): Bodenrecht, Bodenordnung und Landnutzungsplanung
im Kontext der ländlichen Entwicklung in der Manica-Provinz, Mosambik

4.4.3 Staatliche Stellen und Einrichtungen

Staatliche Stellen oder Einrichtungen erheben in Mossurize-Sul keine Ansprüche auf größere Flächen. Sie verfolgen jedoch zwei wesentliche landbezogene Ziele:

  • Direkter Zugang zu Land für eigene Zwecke
  • Schulen und Krankenstationen beanspruchen Flächen in ihrer Nähe zur Eigenversorgung mit Nahrungsmitteln für Schüler, Patienten und Personal sowie den landwirtschaftlichen Unterricht. Diese Flächen umfassen in der Regel nicht mehr als 1 bis 2 ha.
  • Indirekter Zugang zu Land durch Einfluß auf und Kontrolle von Landnutzung
  • Die Distriktlandwirtschaftsdirektion versucht, sich in die Produktion von gewinnversprechenden Kulturen durch den Familiensektor einzuschalten. Sie plant temporäre oder permanente Zusammenschlüsse von Familien mit Zugang zu baixas, in denen bewässerter Gemüseanbau möglich ist. Die Landwirtschaftdirektion will dabei die maschinelle Bodenvorbereitung organisieren, Saatgut beschaffen, Beratung zur Verfügung stellen und die spätere Vermarktung übernehmen, während die Bauern für Anbau, Pflege und die Ernte verantwortlich sein sollen. Geplant ist die Einrichtung großflächiger sogenannter Grünzonen in allen Gebieten mit entsprechendem Potential. Langfristig gesehen erscheint das Ziel die Kontrolle über die Nutzung der besten Standorte in den baixas und eine Gewinnbeteiligung seitens der Landwirtschaftsdirektion zu sein [FN 225].
  • Die Distriktadministration nutzt ihre Position als Vermittler bei den Verhandlungen über die Einrichtung der 3.000 ha Farm von ARDA / Citrinos de Manica und die dazugehörige Planung der Bodenneuordnung, um direkt Einfluß auf die zukünftige Landnutzung der Familienbauern zu nehmen. Insbesondere die Kalkulation der benötigten Flächengröße pro Familie und die Aufteilung der Einheiten entstammen der Feder der Distriktverwaltung. Die Distriktadministration plant, zusammen mit der Landwirtschaftsdirektion Produktion und eventuelle Vermarktung der Erzeugnisse, die die Familienbauern auf den ihnen zur Eigenversorgung zugewiesenen Flächen produzieren, unter ihre Kontrolle zu bringen.

Der Einfluß der Einrichtung von Schul- und Krankenstationsfeldern auf andere Nutzer- und Interessengruppen kann aufgrund der geringen Größe und Dichte dieser Flächen vernachlässigt werden. Er betrifft allenfalls benachbarte Familienbauern, mit denen eventuell ein Konflikt entstehen könnte. Aufgrund der sozialen Bedeutung dieser Einrichtungen ist mit nennenswerten Konflikten jedoch nicht zu rechnen. Bei gutem Management können diese Anlagen (z.B. als Demonstrationsflächen) einen positiven Einfluß auf die Entwicklung der Region ausüben.

Der Einfluß der Distriktadministration bzw. der Landwirtschaftsdirektion auf andere Nutzergruppen ist außerordentlich stark, da diese Stellen an der Entscheidung über die Vergabe von Landnutzungsrechten beteiligt sind. Außerdem steuert und kontrolliert die Landwirtschaftsdirektion den landwirtschaftlichen Beratungsdienst, dessen Mitarbeiter bei der Mehrheit der Bauern ein hohes Ansehen genießen. Während die Entwicklung der Region in der jüngsten Vergangenheit im wesentlichen durch eine Eigendynamik des Familiensektors und seiner traditionellen Führung sowie (besonders heute) durch die Intervention von internationalen Entwicklungsorganisationen bestimmt wurde, wird sie in Zukunft voraussichtlich vorwiegend von diesen beiden Regierungsstellen gesteuert werden.