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Dirk Effler (1996): Bodenrecht, Bodenordnung und Landnutzungsplanung 2.1.1 Historische Entwicklung und Rahmendaten in Mosambik Im Verlaufe ihrer Kolonialherrschaft hatten die Portugiesen Mosambik zu einer Dienstleistungsökonomie für die Nachbarländer Südafrika, Rhodesien (Zimbabwe) und Niassa-Land (Malawi) ausgebaut. Diese stellte Infrastruktur (vor allem Häfen und Transportwege) sowie Arbeitskräfte, insbesondere aus Zentralmosambik, gegen Devisen zur Verfügung. Die eigene landwirtschaftliche und industrielle Produktion wurde vorwiegend von britischem Kapital beherrscht. Britsche Unternehmen betrieben kommerzielle landwirtschaftliche Großbetriebe, portugiesische Farmer engagierten sich vorwiegend in kleineren und Mittelbetrieben und ließen einheimische Kleinbauern für sich produzieren. Der Handel befand sich in der Hand indischer Bevölkerungsgruppen. Nach der Unabhängigkeit 1975 wandt sich die neue Regierung dem sozialistischen Lager zu und strukturierte dementsprechend Wirtschaft und Landwirtschaft um. Gleichzeitig wurde das Land von Südafrika und Rhodesien boykottiert, portugiesische Farmer und Fachkräfte verließen das Land, und das Händlersystem der Inder brach zusammen. Die Agrarpolitik zielte auf großflächige, mechanisierte agroindustrielle Produktionsformen sowjetischen Musters ab und schenkte dem Familiensektor keine Beachtung. Lediglich in der Produktionsform der Agrarkooperativen wurden die bäuerlichen Familien berücksichtigt. Durch massive Importe von Wirtschaftsgütern für die Agrarproduktion bei gleichzeitigem Ausbleiben von Deviseneinkommen sowie Mißwirtschaft und Mißmanagement erreichten die landwirtschaftlichen Staatsbetriebe nie die geplanten Produktionszahlen, bis der Staatssektor letztendlich handlungsunfähig wurde. Die strukturelle Anpassung durch den Beitritt Mosambiks zum internationalen Währungsfonds und der Weltbank 1984 brachte eine Umorientierung der Agrarpolitik weg von den großen Staatsbetrieben hin zu einer stärkeren Berücksichtigung des Familiensektors. Durch die gleichzeitige Verschärfung des Destabilisierungskrieges der mosambikanischen Widerstandsbewegung (RENAMO) und deren Unterstützung durch Südafrika und einige westliche Länder wurden massive Flüchtlingsströme ausgelöst, so daß die landwirtschaftliche Produktion des Familiensektors - mit Ausnahme einiger sicherer Bevölkerungszentren - zunehmend zusammenbrach. Die Dürrekatastrophen von 1982/84 und 1990/92 verschärften die Nahrungsmittelknappheit noch weiter, bis das Land schließlich zum Ende des Krieges 1992 fast vollständig auf Nahrungsmittelimporte angewiesen war. Mit der Rückführung und spontanen Rückkehr von mehr als 4,5 Millionen Menschen (Flüchtlinge aus dem Ausland und intern Vertriebene) in ihre Ursprungsgebiete steht das Land vor der gewaltigen Aufgabe, die Lebens- und Produktionsbedingungen in diesen im Krieg zerstörten Gebieten, besonders für die Kleinbauern des Familiensektors, wieder bzw. neu herzustellen.
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